(Münchner Merkur 28.04.09)LANDESENTSCHEID DER BLASKAPELLENFeldkirchner im entscheidenden Moment ohne nötiges GlückUnterschleißheim — Von 1800 Blaskapellen in ganz Bayern sind sechs übrig geblieben, die beim Landesentscheid am Samstag im Unterschleißheimer Bürgerhaus gegeneinander antreten durften. Die Feldkirchner Blaskapelle, die unter den sechs Finalisten war, hatte bei der inoffiziellen bayerischen Meisterschaft also quasi ein Heimspiel. Trotz sehr guter Bewertungsnoten reichte es am Ende jedoch nur für den sechsten Platz. Der bayerische Blasmusikverband hatte die Rangfolge der Kapellen je nach Anfahrtsweg festgelegt: Die Gruppe mit der längsten Anreise sollte als letzte die Bühne betreten. Die Feldkirchner mussten deshalb gleich als erste ran. Ob dies ein großer Nachteil war? Landesdirigent Dieter Böck vom Bayerischen Blasmusik-Verband wollte dem jedenfalls nicht widersprechen. Einen unbestrittenen Wettbewerbsnachteil hatte die Feldkirchner Blaskapelle derweil bei der Vorbereitung der Stücke. Alle sechs Gruppen musste den Pflichttitel „Sound of Spring" von Fritz Neuböck präsentieren und sich dazu ein eigenes Stück aussuchen. Der Pflichttitel „Sound of Spring" wurde erst sechs Wochen vor dem Landesentscheid bekanntgegeben — und fiel in Feldkirchen damit genau in die heiße Phase für die Vorbereitungen zum Frühjahrskonzert. Da den Feldkirchnern das Konzert „sehr wichtig ist", wie Vorsitzender Werner Meier betonte, hatten die Musiker aus dem Münchner Osten etwa zwei Wochen weniger Vorbereitungszeit als ihre Konkurrenten. Eine dreiköpfige Jury mit Blasmusik-Experten aus Österreich und Baden-Württemberg bewertete die Gruppen in insgesamt zehn Kategorien und vergab jeweils zehn Punkte. Von den maximal möglichen 100 Punkten erreichten die Feldkirchener einen Schnitt von 80,67. „Das war einfach nicht. unser Tag", kommentierte Meier das Ergebnis. „Wir müssen das sportlich sehen." Auch der Landesdirigent Dieter Bock macht Dirigent Detlev Jakob und seiner Mannschaft aus Feldkirchen Mut: „In diesem Landesfinale haben wirklich nur ganz kleine Nuancen zwischen sechs Kapellen von der crème de la crème den Ausschlag gegeben." NICO BAUER
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