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Start - Aktuelles - Aus der Presse - Maibaum 2005
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(Münchner Merkur 02.05.2005)

Maibaum

Für Diebe zu schwer

Einen Musikerbaum hat die Blaskapelle Feldkirchen aufgestellt. Er ist nicht nur mit den Zunft- und Vereinstafeln geschmückt, sondern trägt auch einen Kranz mit der Darstellung einer Musikkapelle. Nachdem die Blaskapelle den 38,5 Meter hohen Baum problemlos aufgestellt hatte, sorgten die Feldkirchener Böllerschützen und der Truderinger Musikverein für gute Stimmung. Eine besondere Ehre wurde den Feldkirchenern durch die Ismaninger Schäffler zuteil, denn sie tanzten noch einmal auf dem Maibaum-Fest. Die Blaskapelle Feldkirchen hatte sie im Fasching begleitet und so durften sie deren Tanz vor Ablauf, der siebenjährigen Wartezeit ein weiteres Mal, sehen. Gestiftet hatte den Maibaum der Feldkirchener Landwirt Georg Mermi. Schirmherr ist Bürgermeister Leonhard Baumann. Am Ostermontag hatte die Blaskapelle den Baum aus dem Ebersberger Forst geholt und mit der Arbeit an ihm begonnen. Rund um die Uhr war er bewacht. Und Werner Meier, Vorsitzender der Blaskapelle, weiß einen weiteren Grund, warum ihn niemand gestohlen hat: mit 4,5 Tonnen war er einfach zu schwer.

kw/Foto: big


(Süddeutsche Zeitung 29.04.2005)

Letzte Chance für Diebe


Am Wochenende ist Maibaum-Feier in Feldkirchen

Feldkirchen • „Alte Bäume verpflanzt man nicht”, heißt es. Auf Maibäume trifft diese Weisheit jedoch nicht zu. 130 Jahre lang hat die prächtige Fichte im Ebersberger Forst gestanden, kerzengerade vom Boden bis zu ihrem Wipfel in 38 Metern Höhe. Jetzt liegt sie, bewacht von bis zum Äußersten entschlossenen Burschen, auf dem Mermi-Hof in Feldkirchen.

Die Musiker der Feldkirchner Blaskapelle lassen seit dem 28. März die bis auf 5500 Kilogramm abgemagerte Fichte nicht aus den Augen. Dieben würde wohl der Marsch geblasen, wenn nicht gar ein Horn verpasst. Doch die Musiker konnten bisher mit großer Unterstützung beinahe aller Feldkirchner Vereine rechnen. Und was mit leichtsinnigen Maibaumdieben aus der Nachbarschaft geschähe, würden sie von der Altschützengesellschaft oder gar von der katholischen Frauengemeinschaft ertappt werden, will man sich gar nicht ausmalen.

Am Samstag, 30. April, 15 Uhr, wird die von der Familie Mermi gestiftete Fichte, inzwischen längst entrindet und weiß-blau angestrichen, vom Hof abgeholt und wie ein kranker Riese liegend zu ihrem neuen Bestimmungsort transportiert.

Um 19 Uhr ist im Festzelt am Hindenburgplatz der traditionelle Tanz in den Mai angesagt, und wer dann am nächsten Morgen noch aufrecht stehen kann, hilft um 10.30 Uhr mit Geschick und einer Portion Irxnschmalz mit, die Fichte wieder in die Position zu bringen, die sie 130 Jahre lang inne hatte.

Beim Aufstellen des Maibaums spielt der Truderinger Musikverein, ehe es die „Bavaria Böllerschützen” gegen 12 Uhr krachen lassen und die Ismaninger Schäffler, wahrscheinlich bei 25 Grad im Schatten, „aba heit is koid” singen. Schirmherr der Maifeier ist Bürgermeister Leonhard Baumann. In einer Pressemitteilung versäumt es der diesjährige Spender des „Traditionsstangerls”, Georg Mermi, nicht, etwaigen Maibaumdieben die geltenden Regeln zu erklären: „Lagert der Maibaum im Ort, darf sich jede Nachbarortschaft als Diebesbande versuchen. Legt während des Klauversuchs ein Maibaumwächter seine Hand auf den Baum, darf er von den Maibaumdieben nicht mehr angerührt werden. Auch wenn ein Diebstahl noch innerhalb der Gemeindegrenzen entdeckt wird, muss der Baum zurückgegeben werden. Gelingt der Diebstahl, wird zur Auslöse viel Bier und eine üppige Brotzeit fällig”, schreibt Spender Georg Mermi.

Also, liebe Maibaumdiebe, nur Mut, vielleicht lässt sich eine Lücke im Bewachungssystem der Feldkirchner finden. Ein kleiner Tipp: Zu den Wächtern sollen auch Gemeinderäte gehören. Da muss doch was zu machen sein.

mm


(Süddeutsche Zeitung 09./10.04.2005)

38,5 Meter langer Stolz

Maibaum

Der Ebersberger Forst hat einen Baum weniger, Feldkirchen bald eine neue Attraktion mehr: Unter fachkundigen Händen wurde jetzt von der Feldkirchner Blaskapelle der künftige Maibaum eingeholt. Das gute Stück ist 38,5 Meter lang, wie der Vorstand der Blaskapelle, Werner Meier (unter dem Baum), erklärte. Beim Stifter des Baumes, Georg Mermi, wird der Stamm jetzt gelagert und bewacht bis zur Aufstellung am 1. Mai. Seit 1972 schon kümmert sich die Feldkirchner Blaskapelle um den Maibaum, der alle fünf Jahre erneuert werden muss.

wim/avi


(Münchner Merkur 05.04.2005)

Maibaum

Keine Angst vor Maibaumdieben

Die Hobelspäne häufen sich auf dem Boden, so fleißig arbeiten die Feldkirchener an ihrem Maibaum. Franziska (9) und Markus (6) kehren die Späne zusammen, hinter dem Stamm (v.l.) Willi Mermi, Michael Großmann, Karin Obermaier, Werner Meier und Stiftersgattin Lisa Mermi. Georg Mermi hat die 38 Meter lange Fichte gestiftet, die aus dem Ebersberger Forst stammt. Die Arbeiten sind schon fortgeschritten - das Hobeln wird diese Woche beendet. Am Wochenende wird der Stamm zugeschnitten und dann grundiert, sagt Werner Meier (2. v.r.), Vorsitzender der Blaskapelle. Vor Dieben haben die Feldkirchener keine Angst - wer den Baum sehe, erkenne auch die Unmöglichkeit eines Raubs. Ob Meier Recht hat, wird sich im Verlauf des Monats zeigen.

jo/Foto: rabe