Zur Navigation | Zum Inhalt
Start - Aktuelles - Aus der Presse - Frühjahrskonzert 2006
FVCML0208 10
(Münchner Merkur 11. April 2006)

Frühjahrskonzert 2006

Foto: rabe

Hans Pricha dirigiert im Hintergrund den Nachwuchs, vorne flöten die Großen von der Blaskapelle.

 

 

Gleich zwei erfolgreiche Premieren

 

Neuer Dirigent und blutjunge Nachwuchsbläser

 

Feldkirchen - Gleich zwei erfolgreiche Premieren erlebten die Zuhörer, die sich beim Frühjahrskonzert der Feldkirchner Blaskapelle in der Gemeindehalle drängten: Das Debüt des neuen Dirigenten Markus Römer, der nach 29 Jahren Hans Pricha abgelöst hat. Und den ersten Auftritt des Bläsernachwuchses, den Pricha jetzt betreut.

„The New Village” lautete der Titel des Programms, „Ein neuer Ort für einen neuen Dirigenten” versprach der Untertitel. Doch zunächst kam Hans Pricha noch einmal auf die Bühne, denn er hat nach seinem Rücktritt im vergangenen Jahr den Taktstock nicht ganz zur Seite gelegt: Nun hat er den Nachwuchs unter seine Fittiche genommen. Und so präsentierte er zu Beginn „die jüngste Truppe, die je in der Feldkirchner Blaskapelle gespielt hat”. Das Durchschnittsalter liegt laut Hans Pricha bei 9,99 Jahren. Doch auch die Kleinsten zeigten schon die Richtung auf, die die Kapelle bereits seit über 40 Jahren eingeschlagen hat: Die Ohren der Zuhörer werden in keinem Moment gequält, sondern durchgehend geschmeichelt - und das auch auf originelle Art und Weise.

So hörten die Gäste an den beiden Konzertabenden sowohl „Klassisches” wie den Münchner Kindl Walzer, als auch den Popklassiker der 70er-Jahre „YMCA” oder die beschwingte Gospelhymne „I will follow him”. Doch all das ist noch nicht die letzte Besonderheit am Auftritt dieser Blaskapelle: Mit Beamer-Projektionen und einem dezenten Spiel mit der Bühnenbeleuchtung erreichte die Technik eine ganz besondere Atmosphäre, die das Gefühl der Musik noch greifbarer machte. So ging während der ersten Töne von „New Village” tatsächlich die glutrote Sonne auf der Bühne auf und die Wanderung durch die Geschichte Feldkirchens in Ton und Bild konnte beginnen. Alleine in diesem Stück konnten die Bläser beweisen, dass sie in vielen Tonlagen, Stilrichtungen und Tempi zuhause sind.

Zwei sehr kurzweilige, gelungene Abende erlebten die Besucher der Frühjahrskonzerte - und eine erfolgreiche Premiere des neuen Dirigenten (s. unten).
Claudia Erl

AUFGESCHNAPPT

Verlangen S' bitte keine Zugabe. Wir hoffen, dass wir das eine Stück hinkriegen!

Dirigent Hans Pricha,
bevor die Nachwuchsgruppe ihr Stück spielte.

 

 

Profimusiker vom Luftwaffenkorps

 

Markus Römer

„Hans Pricha war fast 30 Jahre Chef der Blaskapelle - das ist ja schon fast so wie der Papst.” Wenn auch humorig, so stellte Erwin Huber als Moderator des Frühjahrskonzerts der Feldkirchner Blaskapelle doch klar, dass der neue Dirigent Markus Römer ein schweres Erbe anzutreten hat. Der Rheinland-Pfälzer musste mit dem Frühjahrskonzert gleich eine große Aufführung einstudieren. Er meisterte die Herausforderung mit Bravour - schließlich ist die Feldkirchner Blaskapelle nicht die erste Musikgruppe, die er leitet: Schon in seiner Heimat in der Eifel hat er den Heimatmusikverein geleitet. Markus Römer ist Profimusiker. Er hat an der Musikhochschule Düsseldorf Saxophon studiert und arbeitet als Militärmusiker bei der Bundeswehr. Vor fünf Jahren kam er nach München und musiziert seitdem im Luftwaffenkorps I in Neubiberg. „Nach dem Umzug nach Bayern habe ich mir erst einige Jahre Ruhe gegönnt”, sagt er. Bis ihm ein Kollege die freie Stelle in Feldkirchen angetragen hat. Da konnte Römer nicht widerstehen. Er absolvierte ein Probe-Dirigat bei der 46 Musiker starken Kapelle — und hat gefallen. Auch Römer ist ganz begeistert, was er in Feldkirchen vorgefunden hat: Angefangen bei den Musikern und aufgehört bei den Übungsräumen. „Auch wenn dadurch die Fußstapfen, die mein Vorgänger hinterlassen hat, ziemlich groß sind”, sagt er voll Lob für Hans Pricha. • erl