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(Münchner Merkur 11. April 2006)
Foto: rabe Hans Pricha dirigiert im Hintergrund den Nachwuchs, vorne flöten die Großen von der Blaskapelle.
Gleich zwei erfolgreiche Premieren
Neuer Dirigent und blutjunge Nachwuchsbläser
Feldkirchen - Gleich zwei erfolgreiche Premieren erlebten die Zuhörer, die sich beim Frühjahrskonzert der Feldkirchner Blaskapelle in der Gemeindehalle drängten: Das Debüt des neuen Dirigenten Markus Römer, der nach 29 Jahren Hans Pricha abgelöst hat. Und den ersten Auftritt des Bläsernachwuchses, den Pricha jetzt betreut. So hörten die Gäste an den beiden Konzertabenden sowohl „Klassisches” wie den Münchner Kindl Walzer, als auch den Popklassiker der 70er-Jahre „YMCA” oder die beschwingte Gospelhymne „I will follow him”. Doch all das ist noch nicht die letzte Besonderheit am Auftritt dieser Blaskapelle: Mit Beamer-Projektionen und einem dezenten Spiel mit der Bühnenbeleuchtung erreichte die Technik eine ganz besondere Atmosphäre, die das Gefühl der Musik noch greifbarer machte. So ging während der ersten Töne von „New Village” tatsächlich die glutrote Sonne auf der Bühne auf und die Wanderung durch die Geschichte Feldkirchens in Ton und Bild konnte beginnen. Alleine in diesem Stück konnten die Bläser beweisen, dass sie in vielen Tonlagen, Stilrichtungen und Tempi zuhause sind.
Profimusiker vom Luftwaffenkorps
„Hans Pricha war fast 30 Jahre Chef der Blaskapelle - das ist ja schon fast so wie der Papst.” Wenn auch humorig, so stellte Erwin Huber als Moderator des Frühjahrskonzerts der Feldkirchner Blaskapelle doch klar, dass der neue Dirigent Markus Römer ein schweres Erbe anzutreten hat. Der Rheinland-Pfälzer musste mit dem Frühjahrskonzert gleich eine große Aufführung einstudieren. Er meisterte die Herausforderung mit Bravour - schließlich ist die Feldkirchner Blaskapelle nicht die erste Musikgruppe, die er leitet: Schon in seiner Heimat in der Eifel hat er den Heimatmusikverein geleitet. Markus Römer ist Profimusiker. Er hat an der Musikhochschule Düsseldorf Saxophon studiert und arbeitet als Militärmusiker bei der Bundeswehr. Vor fünf Jahren kam er nach München und musiziert seitdem im Luftwaffenkorps I in Neubiberg. „Nach dem Umzug nach Bayern habe ich mir erst einige Jahre Ruhe gegönnt”, sagt er. Bis ihm ein Kollege die freie Stelle in Feldkirchen angetragen hat. Da konnte Römer nicht widerstehen. Er absolvierte ein Probe-Dirigat bei der 46 Musiker starken Kapelle — und hat gefallen. Auch Römer ist ganz begeistert, was er in Feldkirchen vorgefunden hat: Angefangen bei den Musikern und aufgehört bei den Übungsräumen. „Auch wenn dadurch die Fußstapfen, die mein Vorgänger hinterlassen hat, ziemlich groß sind”, sagt er voll Lob für Hans Pricha. • erl |