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(Süddeutsche Zeitung 04.09.2003)
Wie ein Bienenschwarm
Kinder basteln Instrumente mit der Blaskapelle
Feldkirchen Im vergangenen Jahr beteiligte sich die Blaskapelle Feldkirchen mit einem Ausflug an einen Rangierbahnhof am Ferienprogramm. Heuer sollte es etwas sein "was zu uns passt", erklärte Vorstand Werner Meier. Und so trafen sich zehn Kinder im Proberaum, um aus Recycling- und Naturmaterialien die mannigfaltigsten Instrumente zu bauen. Hinter der Idee verbarg sich ein ausgetüfteltes Konzept. Kapellen-Mitglied Doris Pricha schrieb im Vorfeld der Veranstaltung eine kleine Geschichte über den Alttag. Am Nachmittag wurde sie erzählt, und entsprechend der jeweiligen Situation, welche der Hauptdarsteller gerade durchlebte, durften die Kinder mit ihren Kreationen für die passende Geräuschkulisse sorgen. Der Klang eines Bienenschwarms? - kein Problem. Straßenlärm? - nichts leichter als das. Dazu begleiteten ein halbes Dutzend erwachsender Musiker das Stück auf ihren gekauften Instrumenten. Bei der Anfertigung waren der Kreativität und Phantasie der Kinder keinerlei Grenzen gesetzt. Freilich hatten die Erwachsenen eine Auswahl von Möglichkeiten parat. Aus einer Filmdose würde eine kleine Rassel, der kleine Christoph präsentierte voller Stolz ein Exemplar und erklärte die Bauweise gleich mit. "Einfach das da einfüllen", sagte er und deutete auf eine Schale Linsen. Nur mit "Deckel drauf" war es aber nicht getan, die Kinder verzierten ihre Percussion-Elemente sehr dekorativ. Eines der spektakulärsten Instrumente war eine zweiseitige Gitarre. Der Hals war eine simple Holzleiste, der Klangkörper eine leere Speiseeisschale. Intelligent war die Lösung, mit der später der Bienenschwarm simuliert werden sollte. Posaunist Georg Neuner hatte bei einer ähnlichen Veranstaltung in der Vergangenheit aufgepasst und sein Wissen weiter vermittelt. Eine Wäscheklammer und zwei Korken bildeten ein Raute, um die ein Streifen Gummi, geschnitten aus einem Luftballon, gespannt wurde. Ein paar "Flügel" aus Pappe zum Stabilisieren und schon konnte es losgehen. Neuner schleuderte das Gebilde an einer Schnur im Kreis und tatsächlich summte sie bienengleich. Ein Tambourin aus Kronenkorken, eine "Apfelsaft-Gitarre", eine "Gartenschlauch-Trompete" oder eine mit Fellimitat kunstvoll verzierte Rassel ergänzten das Repertoire. "Es geht darum, die Instrumente mit möglichst einfachen Materialien und geringem Aufwand herzustellen", erklärte Meier. Den Kindern machte es sicher auch deshalb Spaß, denn Erfolgserlebnisse stellten sich schnell ein. maz |